Der Herbst ist die Jahreszeit, in der sich die Säfte in der Pflanzenwelt zurückziehen, die Energie ist nach innen gerichtet und gleichzeitig zeigt die Natur ihre schönsten Farben.
Welche Farben zeigen sich beim Menschen im Herbst? Die meisten wissen es nicht. Denn es hat damit zu tun, dass uns diese Jahreszeit auffordert, zur Ruhe zu kommen, ein wenig das Leben zu überdenken und nach innen zu lauschen, damit man auch hören kann, was uns das Innerste und unsere Seele mitteilen will.
Die Energie des Sommers, die eine nach außen gerichtete Energie darstellt, eventuell auch mit vielen Aktivitäten, hallt in uns nach und der Spätsommer fordert uns bereits auf, die Energie nicht mehr so großzügig nach außen zu bringen. Der Spätsommer steht in der chinesischen Medizin für das Element Erde. Zentrierung, die eigene Mitte steht im Vordergrund. Hier beginnt die Zeit, in der wir anfangen sollten, unsere Ernährung wieder mehr auf die warmen Mahlzeiten und Getränke auszurichten, die dann letztendlich im Herbst unerlässlich sind, um den Körper vor „Erkältungen“ zu schützen.
Im Oktober hat aber bereits der Herbst Einzug gehalten. Auch wenn es noch sehr sonnig ist, haben die Luft und die Nächte deutlich mehr an Feuchtigkeit und Kälte zugenommen. Dagegen sollten wir uns schützen, indem wir unsere Kleidung und die Ernährung anpassen und auch unsere Aktivitäten. Eintöpfe und Suppen mit Ingwer sollten jetzt den Küchenplan mitbestimmen. Denn Ernährung liefert uns diejenige Energie, die wir benötigen, um gut gewappnet zu sein gegen entsprechende klimatische Einflüsse.
Die Ernährung hat auch großen Einfluss auf unser Immunsystem. Viren haben es im Herbst besonders leicht, wenn unser Körpersystem nicht genug Wärme produziert, indem es sich z.B. von Salat, rohem Obst und kalten Getränken oder Fast Food ernährt. Der Herbst selbst steht in der chinesischen Medizin für das Element Metall. Ordnung und Struktur sind dessen Eigenschaften. In der chinesischen Medizin heißt es, der Mensch stelle einen Mikrokosmos im Makrokosmos Natur dar und wir müssten uns nur die Natur anschauen, um zu verstehen, wie wir funktionieren, welchen Rhythmen und Einflüssen wir unterworfen sind. Der kluge Mensch handelt danach, der ignorante Mensch denkt, darauf verzichten und sich die Natur zum Untertan machen zu können. Einer der größten Fehler der Menschheit!
Mit der ganzen Technik, die uns umgibt, dem Leistungsdruck, der Informationsflut und der eigenen Erwartungshaltung ist es oftmals schwer, sich auf das Wesentliche zu besinnen und darauf dann auch zu konzentrieren. Dazu weist uns aber der Herbst immer wieder aufs Neue hin, denn die Rhythmen in der Natur fordern uns auf, den ständigen Wandel mitzumachen, flexibel zu bleiben und uns anzupassen. Wenn man in einem Land geboren wurde, in dem die vier Jahreszeiten die Natur bestimmen, bestimmen sie auch uns. Auch wenn jeder vielleicht eine Jahreszeit hat, die er gar nicht so gern mag, so liegt doch ein großes Geschenk darin, denn die Jahreszeiten fordern uns heraus, auch unseren eigenen Wandlungsprozess besser zu verstehen, immer wieder loszulassen und die neuen Gegebenheiten zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Wer das verstanden hat, tut sich damit leichter, mit dem derzeitigen großen Wandel auf unserem schönen Planeten Erde klarzukommen.
Jetzt aber dürfen wir uns erst einmal zentrieren und ordnen.
Gleichzeitig ist der Herbst aber auch die Zeit des Loslassens. Denken Sie an die Blätter, die der Baum loslassen muss! Um jedoch loslassen zu können, brauchen wir in uns Klarheit. Klarheit darüber, was wir in unserem Leben nicht mehr brauchen und auch nicht mehr haben wollen. Dazu muss aber erst das Chaos der Gedanken und Beeinflussungen zur Ruhe kommen und geordnet werden. Dann erst weiß man, welche Blätter nun losgelassen werden müssen, und scheinen sie noch so bunt zu sein!
Nutzen Sie die Tage, die jetzt kürzer werden: Lesen Sie ein gutes Buch, wenden Sie sich vielleicht einem in Vergessenheit geratenen Hobby zu, welches zuhause auf Sie wartet; schreiben, musizieren, malen, ordnen (Bilder in Datenbanken z.B.), basteln, gemeinsames Kochen mit Freunden, und nehmen Sie sich Zeit für Ihre eigenen Gefühle und Gedanken. Manchmal hilft es, diese auch aufzuschreiben – auch so gewinnt man an innerer Ordnung. Jeder Eindruck will auch einen Ausdruck finden. Zu viele unverarbeitete Eindrücke belasten unsere interne Informationsverarbeitung mit Folgen der Unruhe, Schlaflosigkeit, Unkonzentriertheit und Gereiztheit.
Fazit für den Herbst:
Gönnen Sie sich auf jeden Fall gutes, warmes Essen, Ruhe, gemütliche Stunden und schauen Sie mal nach, welche Farbe Ihre Seele gerade hat, oder wie es ein chinesisches Sprichwort sagt:
„Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne.“